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Jørn Oberg Utzon – Natürlich pur

Gefragt nach den berühmtesten Bauwerken der Welt werden viele neben den Pyramiden von Gizeh, dem Petersdom und den Eiffelturm sicherlich die außergewöhnliche Oper in Sydney als Beispiel des 20. Jahrhunderts nennen. Die Inspiration zur Gestalt des australischen Wahrzeichens lieferte dem Architekten die abgezogenen Schalenstücke einer Orangen. Ob die Idee auf Mallorca geboren wurde, wo die Orange und ihre Produkte allgegenwärtig sind?

Jørn Utzon wurde 1918 in Kopenhagen geboren und verstarb 2008 in der Nähe der dänischen Hauptstadt nach einem langen, produktiven Leben als Erbauer unvergleichlicher Bauwerke, darunter das Parlamentsgebäude von Kuwait oder die Bagsværd Kirche in Kopenhagen. 2003 wurde er mit dem Pritzker Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Auf der Insel des Lichtes, Mallorca, verbrachte er seinen Lebensabend und dies selbstverständlich in einem von ihm selbst 1971 erbautem Haus, dem „Can Lis“ bei Portopedro an der Ostküste. So kommt es, dass auf Mallorca nicht nur rustikale Fincas oder historische Stadtpalais zu bewundern sind, sondern auch herausragende Statements avantgardistischer Baukunst.

Jørn Utzon errichtete auf einer Klippe vier miteinander verbundene Wohnblöcke aus gelbrotem Sandstein. Alle besitzen Meeresblick, wobei der Winkel der vorgegebenen Form der Steilküste folgt. Loggias und überdachte Veranden bieten Schatten, im Innenraum wird das Sonnenlicht effektvoll in Szene gesetzt. Can Lis ist ein modernes Haus in Form und Funktion und verbindet auf einzigartige Weise die Elemente Stein, Meer und Licht.

Als klimatisch zuträglicher, zumindest in den Wintermonaten, für Utzon und seine Frau erwies sich allerdings das neue Haus „Can Feliz“ in den Bergen, fern der Meeresbrise. Obwohl mit den gleichen Materialien gebaut und ebenso gradlinig und schnörkellos, unterscheidet es sich von seinem ersten Domizil in Portopetro. Das 1994 fertiggestellte Haus besteht aus einem Gebäude unter einem Dach, das um einen Innenhof herum gebaut wurde. „Can Feliz“ fügt sich so harmonisch in die Landschaft ein, dass man schon genauer hinsehen muss, um das friedvolle Refugium zu entdecken.

Der Architekt gab das Domizil am Meer, Can Lis, an seine Kinder weiter. Mittlerweile ist Lin Utzon, die Tochter, dem Beispiel ihres Vaters gefolgt und ebenfalls ins Can Feliz übergesiedelt. Can Lis in Portopetro dient heute Architekten als Begegnungs- und Studienstätte.

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